Kirche und Zukunft mitgestalten

Anstatt eines Neujahrsempfangs hatte die Kolpingfamilie Burghaun zum Thema: „Mit Bischof Gerber Gegenwart und Zukunft unseres Bistums neu gestalten“ zum Neujahrsgespräch ins Don-Bosco-Haus eingeladen. In das Thema führte Vorsitzender Günter Pilz ein, der zahlreiche Gäste begrüßen konnte.

Podiumsteilnehmer Kolping-Bezirkspräses und Polizeiseelsorger Stefan Ott, Großentaft betonte, dass es wichtig sei, Ängste zu nehmen, wenn in einer Pfarrei kein Pfarrer mehr vor Ort sei. Wichtig sei Menschen zu motivieren, ihren Glauben zu leben und sich ehrenamtlich für bestimmte Dienste oder im Pfarrgemeinderat zu engagieren. Dem pflichtete Astrid Kaminski, vom Pfarrgemeinderat bei. Aber der Pfarrgemeinderat sei nur ein Gremium. Wichtig sei das Leben in der Kirchengemeinde so offen zu gestalten, dass auch Menschen, die nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen würden, sich angesprochen fühlten und sich für bestimmte Projekte engagierten. Nur wo Menschen sich zusammen fänden, um differenziert den Glauben zu leben, würde Kirche lebendig bleiben. Günter Pilz verwies auf die Arbeit in den Missionsländern. Am Beispiel Brasilien zeigte er, dass auch christliche Gemeinde lebe, wenn auch nur einmal im Jahr ein Priester vorbeikomme, um Eucharistie zu feiern. In diesem Zusammenhang wies Pfarrer Stefan Ott darauf hin, dass es bereits in Pfarreien wie Rasdorf-Großentaft Wortgottesfeiern mit Kommunionspendung von Lektoren und Kommunionhelfern in dortigen Kirchen gebe, wenn ein Eucharistiefeier am Wochenende nicht stattfinde. Diakon Michael Huf, Rothenkirchen, verantwortlich für die Diakone im Bistum und Zeremoniar des Bischofs, betonte, dass Bischof Michael Gerber sich als Teil eines Ganzen sehe. Er würde sich nicht „übergeordnet“ geben, sondern nehme die Menschen mit ihren Meinungen wertschätzend ernst. Eine seiner Aussagen sei, neue Formen in der Kirche erst auszuprobieren und dann Erfolg oder Misserfolg zu reflektieren. Gute Beispiel von Gemeindeleben müssten in die Öffentlichkeit gebracht werden. Angeregt durch den Pressebericht über den Neujahrsempfang der Kirchengemeinden in Hünfeld, spielten auch Fragen der Gäste nach Zusammenlegen von jetzt noch eigenständigen Pfarreien zu Großpfarreien eine Rolle. Ebenso nach der Verwaltung der Vermögen der jeweiligen Gemeinden und die Rolle der Frauen. Wichtig sei über den Tellerrand der eigenen Kirchengemeinde hinauszuschauen und an guten Beispielen zu lernen. Noch sei der synodale Weg am Anfang. Die Frage des Diakonats der Frau in der katholischen Kirche könne kein Bischof bei aller Neuerung für sich entscheiden, sondern sei eine gesamtkirchlich zu lösende Aufgabe. Bischof Michael Gerber wäre aber dafür, dass Frauen stärker in kirchliche Dienste einbezogen würden. So leiteten sie schon jetzt Wortgottesdienste, würden predigen oder beerdigen, so Michael Huf . Ein Resümee des abends war, dass Begeisterung für Kirche nur dadurch möglich ist, dass wir als Christen ein glaubwürdiges Bild abgeben und das kirchliche Leben verantwortlich mitgestalten.

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